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Wichtiger als der Weg ist das Ziel. Die Jakobspilger laufen den Weg nicht des Weges wegen: der Jakobsweg gilt als Hilfsmittel, um bis zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren kommen zu können. Das Opfer und Leiden der Pilgern beim physischen Laufen sind lebende Symbole. Es geht hier darum, dass wir unseren Gemeinschaftsgeist und unsere Verpflichtung zu der immer von seinem Grab nachhallenden Frohen Botschaft zum Ausdruck bringen: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!" (Mk 1,15)
Der Weg ist nur ein Hilfsmittel, ein Pfad, ein Fussweg, auf dem der Pilger
geht. Der Ausganspunkt ist unser Zuhause. Es sollte infolgedessen so viele Wege
geben wie Heime. Es lässt sich hier jedoch behaupten, dass sich das Pilgern
nach Santiago schon vom Anfang an als eine auf die Gemeinschaft aufgeschlossene
Entscheidung zeigte. Diese betrifft nicht nur das Ziel (das Grab des Apostels),
sondern auch die Verwirklichung der Pilgerschaft (mit der Gemeinschaft) und
ihre Bedeutung: das Reich Gottes zu errichten. Durch das Wandern haben die
Pilger den Weg gestaltet. Dieser wird zu einem Treffpunkt von Leuten mit
demselben Lebensziel, zu einem besonderen Ort für die Liebe und Solidarität
zwischen den Pilgern und den Einwohnern der Gemeinden, die sich auf dem Weg
befinden, und durch ihre Denkmale zu einer lebenden Erinnerung an das Bestreben
während der Pilgeschaft. Die Pilgerschaft nach Santiago steht in Zusammenhang
mit der Situation der Europäischen Kirche des 18. Jahrhunderts. Das Grab des
Apostels erscheint in der Zeit des Höhepunkts des Islams, der die Wege zu den
Heiligen Orten blockierte. Dort herrschte die Erlösung und der Synkretismus aus
Toledo, dessen Hauptvertreter, der Erzbischof Elipando, mit der Hilfe von
anderen Bischofen versuchte, den Christianismus und den Islam gleichzumachen.
Die Entdeckung des Apostelsgrabs rief eine europäische Bewegung hervor, die die
apostolische Erbe förderte. Es liegt auf der Hand, dass nur die Hispanier an
der nördlichen Küste nach Santiago pilgern konnten, da dieses Gebiet nicht in
Gewalt des Islams geraten war. Daran liegt die Wichtigkeit des sogennanten
Französischen Weges, der sich nach der Eroberung von La Rioja durch die
Navarresen im 10. Jahrhundert festigte und unter dem Schutz des Gesetzes stand.
Der sogenannte Nördliche Weg ("Camino del Norte") war eine unbelebte alternative Route auf Grund der Schwierigkeiten, die die Pilger zu jener Zeit überwinden mussten. Es genügt, an die Beschreibungen im Codex Calixtinus und in La Historia Compostelana zu denken. Die aus dem Süden kommenden Wege entwickelten sich im Mittelalter, als der Vormarsch der christlichen Königreiche die Pilgerschaft aus diesen Gebieten ermöglichte. Die Seerouten verlaufen parallel zur Entwicklung der Schiffahr aus England und Ireland. Wir dürfen keineswegs vergessen, dass die zur römischen Zeit hochentwickelte Schiffahrt im Mitttelater einen starken Niedergang erfuhr, von dem sie nur gegen Ende der genannten mittelalterlichen Zeit erholen konnte.
Die Jakobswege.
1- Der Französische Weg.
Durch Frankreich gingen die Christen aus dem Ausland in Spanien ein. In Frankreich traffen sich Pilger von überall her in drei Ausgangspunkten, die im Laufe der Zeit zu drei verschiedenen alternativen Routen wurden:
a) Von Paris über Tour und Poitiers (Touronensis).
b) Von Vezelay über Limoges und Perigeux (Limosina)
c) Von Le Puy über Moisac und Conques (Podiensis)
d) Von Arles (Toulosana)
- Die ersten drei Varianten (a, b, c) vereinigen sich miteinander vor der spanischen Grenze in Ostabat und von dort gehen sie in Richtung auf St. Jean Pied de Port, Valcarlos und Roncesvalles. Die vierte Route (d) geht in Spanien über Somport, Canfranc und Jaca ein.
Puente la Reina (Navarra) ist der Ort, wo sich alle Jakobswege miteinander zu einem einzigen Weg vereinigen (Codex Calixtinus). Hier befindet sich die kleine Wahllfahrtskapelle von Eunate, deren einzigartige achteckige Struktur die Phantasie von vielen Leuten geweckt hat. Diese Struktur und ihre räumliche Lage als Treffpunkt aller Jakobswege erinneren uns an das Sakrament der Taufe. Die ursprünglichen Taufkapellen hatten einen achteckigen Grundriss. Auf der anderen Seite verwandeln sich alle Wege des Menschen auf seine Suche nach der Glückseligkeit in einen einzigen Weg, wenn der Mensch mittels des Sakraments der Taufe Jesus annimmt.
Von St. Pied de Port bis Santiago sind es 775 Km. Diese Strecke kann in 25 Etappen zu Fuss oder 12 mit Fahrrad plus ein paar Ruhetage zurückgelegt werden. Von dort und Roncesvalles geht der Pilger durch viele Dörfer durch, wo ihn einige Herbergen und andere religiöse Dienste zur Verfügung stehen. Die Übernachtung bei den meisten Pilgerherbergen ist kostenlos, aber bei Anderen muss der Pilger eine kleine Spende hinterlassen. Für weitere Informationen drücken Sie auf den Namen der entsprechenden Diözese: Jaca, Pamplona, Calahorra-La Calzada-Logroño, Burgos, Palencia, León, Astorga, Lugo und Santiago.
a) Der Alter Weg gelangt über Asturien zur Provinz von Lugo durch verschiedene Routen.
b) Nördlicher Weg
c) Plata-Weg: von Sevilla über Mérida, Cáceres, Salamanca, Zamora und Astorga, wo er sich mit dem Französischen Weg vereinigt, oder Orense in Galicien.
d) Portugiesischer Weg: von Oporto über Braga oder Viana do Castelo gelangt er Galicien durch Valença (Portugal) und Tuy.
e) Englischer Weg